Brauche ich 80, 90 oder 100 Prozent Zahnzusatzversicherung? Der richtige Eigenanteil
Brauche ich bei einer Zahnzusatzversicherung 80, 90 oder 100 Prozent Erstattung? Für viele Verbraucher ist genau diese Entscheidung wichtiger als die Frage nach dem Versicherer.
80 Prozent können eine solide und preisbewusste Absicherung sein. 90 Prozent bieten bereits einen sehr hohen Schutz und können ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erreichen. 100 Prozent richten sich an Menschen, die ihren Eigenanteil möglichst vollständig reduzieren möchten.
Welche Stufe sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie viel einer größeren Zahnarztrechnung Sie problemlos selbst bezahlen könnten.
Wer 500 oder 1.000 Euro Eigenanteil jederzeit aus eigenen Rücklagen tragen kann, benötigt nicht zwingend 100 Prozent. Wer möglichst wenig Kostenrisiko behalten möchte, kann den Aufpreis für einen 100-Prozent-Tarif dagegen sinnvoll finden.
Kurzantwort: 80, 90 oder 100 Prozent?
Für viele Verbraucher sind 90 Prozent ein sehr guter Mittelweg aus Beitrag und Absicherung.
80 Prozent können für preisbewusste Versicherte mit ausreichend Rücklagen genügen.
100 Prozent sind besonders interessant, wenn maximale Kostensicherheit gewünscht wird oder der Beitragsunterschied zum 90-Prozent-Tarif relativ gering ist.
Was bedeuten 80, 90 oder 100 Prozent eigentlich?
Bei vielen Tarifen beziehen sich die angegebenen Prozentsätze auf den erstattungsfähigen Rechnungsbetrag unter Berücksichtigung beziehungsweise einschließlich einer möglichen Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Das ist wichtig.
Ein 90-Prozent-Tarif bedeutet normalerweise nicht, dass die private Versicherung allein 90 Prozent zahlt und die Krankenkasse zusätzlich noch oben drauf kommt.
Vielmehr wird insgesamt das tariflich vereinbarte Leistungsniveau erreicht.
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Beispiel: Zahnersatz kostet 5.000 Euro
Vereinfacht und unter der Annahme, dass die gesamten 5.000 Euro tariflich erstattungsfähig sind:
| Tarifniveau | Gesamtleistung | Rechnerischer Eigenanteil |
|---|---|---|
| 80 % | 4.000 € | 1.000 € |
| 90 % | 4.500 € | 500 € |
| 100 % | 5.000 € | 0 € |
Damit wird der Unterschied schnell greifbar.
Und bei einer Behandlung über 10.000 Euro?
Bei 10.000 Euro vollständig erstattungsfähigen Kosten ergeben sich rechnerisch:
- 80 Prozent: 2.000 Euro Eigenanteil
- 90 Prozent: 1.000 Euro Eigenanteil
- 100 Prozent: kein entsprechender prozentualer Eigenanteil
Je größer die Behandlung wird, desto stärker wirkt sich jeder zusätzliche Prozentpunkt absolut aus.
Für wen sind 80 Prozent sinnvoll?
80 Prozent können gut passen, wenn:
- der Beitrag möglichst niedrig bleiben soll,
- eigene Rücklagen vorhanden sind,
- ein Eigenanteil von beispielsweise 1.000 oder 2.000 Euro im Ernstfall tragbar wäre,
- trotzdem ein großer Teil des Zahnersatzrisikos abgesichert werden soll.
Das ist keine schlechte Absicherung. Sie setzt lediglich voraus, dass der Versicherte bewusst einen größeren Eigenanteil übernimmt.
AXA Zahn Klassik als 80-Prozent-Beispiel
AXA Zahn Klassik bietet aktuell 80 Prozent Erstattung für Zahnersatz und gleichzeitig 100 Prozent für Zahnbehandlung.
Zum Zahnersatz zählen unter anderem Kronen, Brücken und Implantate.
Gerade für preisbewusste Versicherte kann die Kombination interessant sein, wenn ein 20-prozentiger Eigenanteil bewusst akzeptiert wird.
Für wen sind 90 Prozent sinnvoll?
90 Prozent dürften für viele Versicherte die interessanteste Tarifklasse sein.
Der überwiegende Teil einer hochwertigen Behandlung wird abgesichert.
Gleichzeitig übernimmt der Kunde einen überschaubaren Eigenanteil selbst.
Das kann den Monatsbeitrag gegenüber einer vollständigen 100-Prozent-Absicherung reduzieren.
AXA Zahn Komfort: 90 Prozent mit starker Zahnbehandlung
AXA Zahn Komfort bietet aktuell 90 Prozent für Zahnersatz und 100 Prozent für Zahnbehandlung.
AXA positioniert den Tarif innerhalb der neuen Produktgeneration ausdrücklich als besonders preis-leistungsorientierte Variante.
Für Kunden, die bei 5.000 Euro erstattungsfähigen Kosten beispielsweise 500 Euro selbst tragen können, ist dieses Modell nachvollziehbar.
LKH ZahnUpgrade 90+: 90 Prozent mit Bonusoption
Auch LKH ZahnUpgrade 90+ verfolgt eine interessante 90-Prozent-Strategie.
Grundsätzlich werden 90 Prozent für hochwertigen Zahnersatz und Zahnbehandlung abgesichert.
Mit BonusPlus kann die Erstattung bei entsprechend geführtem Bonusheft auf 95 beziehungsweise 100 Prozent steigen.
Dadurch verbindet der Tarif einen 90-Prozent-Grundschutz mit der Möglichkeit einer höheren Erstattung.
UKV ZahnPRIVAT 90
Auch die Union Krankenversicherung bietet mit ZahnPRIVAT 90 eine klare 90-Prozent-Lösung.
Der Tarif umfasst 90 Prozent des erstattungsfähigen Rechnungsbetrags einschließlich möglicher Vorleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
Versichert sind unter anderem:
- Zahnersatz
- Implantate
- Kronen und Brücken
- Zahnbehandlung
- professionelle Zahnreinigung
- Kieferorthopädie im tariflichen Rahmen
Für wen sind 100 Prozent sinnvoll?
100 Prozent richten sich vor allem an Versicherte, die möglichst wenig finanzielles Restrisiko behalten möchten.
Das kann sinnvoll sein, wenn:
- größere Eigenanteile vermieden werden sollen,
- hochwertige Implantatversorgung gewünscht wird,
- maximale Planungssicherheit wichtig ist,
- der Mehrbeitrag gegenüber 90 Prozent überschaubar ist.
AXA Zahn Premium
AXA Zahn Premium bietet 100 Prozent Zahnersatz und 100 Prozent Zahnbehandlung.
Besonders interessant ist zusätzlich die weitgehende Gebührenregelung: Im Premiumtarif besteht keine Begrenzung auf den regulären GOZ-Höchstsatz.
Damit geht der Tarif qualitativ über die reine Prozentzahl hinaus.
UKV ZahnPRIVAT 100
UKV ZahnPRIVAT 100 bietet ebenfalls 100 Prozent des erstattungsfähigen Rechnungsbetrages einschließlich möglicher GKV-Vorleistung.
Der Tarif beinhaltet neben Zahnersatz und Zahnbehandlung auch professionelle Zahnreinigung ohne separates niedriges PZR-Jahreslimit.
Damit kann ZahnPRIVAT 100 insbesondere für Menschen interessant sein, die einen sehr umfassenden Schutz suchen.
Warum 100 Prozent trotzdem nicht jede Rechnung garantiert
Auch bei einem 100-Prozent-Tarif muss geprüft werden, welche Rechnungsteile nach den Versicherungsbedingungen erstattungsfähig sind.
Relevant bleiben insbesondere:
- GOZ-Regelung
- Material- und Laborkosten
- Zahnstaffel
- medizinische Notwendigkeit
- bereits angeratene Behandlungen
Die große „100“ alleine reicht für einen guten Tarifvergleich deshalb nicht aus.
Was ist wichtiger: Prozentzahl oder Zahnstaffel?
Langfristig ist die Prozentzahl sehr wichtig.
Kurz nach Vertragsabschluss kann dagegen die Zahnstaffel entscheidender sein.
Ein 100-Prozent-Tarif mit einer anfänglichen Maximalleistung von beispielsweise 1.500 Euro zahlt bei einer 5.000-Euro-Rechnung im ersten Jahr nicht automatisch 5.000 Euro.
80 Prozent mit starken Bedingungen oder 100 Prozent mit schwächeren Bedingungen?
Auch das kann vorkommen.
Ein Tarif mit 80 oder 90 Prozent und sehr guten Regelungen zu Implantaten, GOZ und Laborkosten kann qualitativ besser sein als ein oberflächlich beworbener 100-Prozent-Tarif mit vielen Einschränkungen.
Deshalb vergleichen wir nicht nur die Erstattungsquote.
Eine einfache Entscheidungshilfe
80 Prozent: Ich möchte günstig versichert sein und kann größere Eigenanteile selbst bezahlen.
90 Prozent: Ich möchte einen sehr hohen Schutz, kann aber einen überschaubaren Eigenanteil tragen.
100 Prozent: Ich möchte möglichst maximale Kostensicherheit und geringe Eigenanteile.
FAQ: 80, 90 oder 100 Prozent Zahnzusatzversicherung
Sind 80 Prozent Zahnzusatzversicherung ausreichend?
Das kann ausreichen, wenn ein 20-prozentiger Eigenanteil auch bei größeren Rechnungen problemlos selbst getragen werden kann.
Sind 90 Prozent sinnvoll?
Für viele Versicherte bieten 90 Prozent ein sehr gutes Verhältnis aus hohem Versicherungsschutz und überschaubarem Eigenanteil.
Lohnen sich 100 Prozent?
Besonders dann, wenn maximale Kostensicherheit gewünscht wird oder der Beitragsunterschied zu 90 Prozent gering ausfällt.
Was sind zehn Prozent Eigenanteil bei einem Implantat?
Bei 5.000 Euro vollständig erstattungsfähigen Kosten wären zehn Prozent 500 Euro, bei 10.000 Euro entsprechend 1.000 Euro.
Ist 100 Prozent automatisch der beste Tarif?
Nein. Zahnstaffel, GOZ, Implantatleistungen und Material- sowie Laborkosten müssen ebenfalls überzeugen.
Fazit: Brauche ich 80, 90 oder 100 Prozent?
Für viele Verbraucher sind 90 Prozent ein besonders überzeugender Mittelweg.
80 Prozent können für preisbewusste Kunden mit guten Rücklagen ausreichen. 100 Prozent bieten dagegen maximale Kostensicherheit.
AXA bildet mit Zahn Klassik, Komfort und Premium alle drei Stufen sehr klar ab. LKH ZahnUpgrade 90+ verbindet einen 90-Prozent-Grundschutz mit einer Bonusmöglichkeit bis 100 Prozent. Auch UKV ZahnPRIVAT 90 und 100 sind interessante Alternativen.
Die richtige Prozentzahl ist diejenige, bei der der verbleibende Eigenanteil selbst bei einer großen Zahnarztrechnung noch gut zu Ihrem persönlichen finanziellen Sicherheitsgefühl passt.
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