Knirscherschiene und Zahnzusatzversicherung: Wer zahlt Aufbissschienen bei Bruxismus?
Zahlt eine Zahnzusatzversicherung eine Knirscherschiene? Das kann ein wichtiges Leistungsmerkmal sein. Denn Zähneknirschen – medizinisch häufig als Bruxismus bezeichnet – kann Zähne, Kiefergelenke und bereits vorhandenen Zahnersatz erheblich belasten.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bestimmte einfache Aufbissschienen bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit. Zusätzliche diagnostische oder therapeutische Maßnahmen können jedoch privat abzurechnen sein.
Genau hier unterscheiden sich Zahnzusatzversicherungen.
Die aktuelle AXA-Tarifgeneration ist beim Thema Schienen besonders interessant: Zahn Klassik, Zahn Komfort und Zahn Premium sehen 100 Prozent für Aufbissbehelfe und Schienen im tariflichen Rahmen vor.
Kurzantwort: Welche Zahnzusatzversicherung zahlt eine Knirscherschiene?
Zu den aktuellen Tarifen mit ausdrücklich genannten Leistungen für Schienen beziehungsweise Aufbissbehelfe gehören unter anderem:
- AXA Zahn Klassik, Komfort und Premium: 100 Prozent im entsprechenden Leistungsbereich,
- LKH ZahnUpgrade: Knirscherschienen werden als Zahnbehandlung aufgeführt; die Erstattung richtet sich nach der Tarifstufe beziehungsweise BonusPlus.
Welche Lösung besser ist, hängt davon ab, ob der Versicherte nur eine Schiene oder gleichzeitig hochwertigen Schutz für Zahnbehandlung und Zahnersatz sucht.
Was ist Bruxismus?
Bruxismus bezeichnet wiederholtes Zähneknirschen oder starkes Aufeinanderpressen der Zähne.
Das kann während des Schlafs, aber auch tagsüber auftreten.
Nicht jeder Mensch bemerkt das Knirschen selbst.
Hinweise können beispielsweise sein:
- sichtbarer Abrieb der Zähne,
- morgendliche Kieferbeschwerden,
- verspannte Kaumuskulatur,
- empfindliche Zähne,
- Kopfschmerzen oder
- Beschwerden im Kiefergelenk.
Die Diagnose gehört in zahnärztliche beziehungsweise gegebenenfalls weitere medizinische Hände.
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Warum kann Zähneknirschen teuer werden?
Es geht nicht nur um die Schiene selbst.
Starke und langjährige mechanische Belastung kann:
- Zahnsubstanz abnutzen,
- Füllungen belasten,
- Kronen beschädigen,
- Keramikversorgungen belasten oder
- zu komplexeren funktionellen Beschwerden beitragen.
Damit kann Bruxismus langfristig sowohl Zahnbehandlungs- als auch Zahnersatzkosten beeinflussen.
Was ist eine Knirscherschiene?
Eine Knirscherschiene wird individuell für den Patienten hergestellt und auf eine Zahnreihe gesetzt.
Sie soll je nach therapeutischem Ziel unter anderem die Zähne vor direktem Abrieb schützen und die funktionelle Belastung beeinflussen.
Es gibt verschiedene Schienentypen und Behandlungskonzepte.
Welche Form medizinisch sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.
Zahlt die Krankenkasse eine Knirscherschiene?
Bei entsprechender Indikation können gesetzliche Krankenkassen einfache Aufbissbehelfe übernehmen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede zusätzliche Diagnostik, jede besondere Schienenkonstruktion oder sämtliche funktionsdiagnostischen Leistungen vollständig Kassenleistung sind.
Gerade bei komplexeren Beschwerden können private Rechnungsanteile entstehen.
Was ist Funktionsdiagnostik?
Bei funktionsanalytischen beziehungsweise funktionstherapeutischen Leistungen wird unter anderem das Zusammenspiel von:
- Zähnen,
- Kiefergelenken,
- Kaumuskulatur und
- Bisslage
genauer untersucht beziehungsweise therapeutisch berücksichtigt.
Solche Leistungen können beispielsweise vor umfangreichem Zahnersatz oder bei komplexen funktionellen Beschwerden relevant werden.
Warum ist Funktionsdiagnostik für Zahnzusatz wichtig?
Weil gesetzliche Krankenversicherungen solche privat-zahnärztlichen Leistungen nicht in jeder Situation vollständig übernehmen.
Ein hochwertiger Zahntarif kann deshalb nicht nur die Schiene selbst, sondern auch ergänzende funktionelle Leistungen interessant machen.
AXA: 100 Prozent für Aufbissbehelfe und Schienen
AXA führt Aufbissbehelfe und Schienen in seiner aktuellen Tarifübersicht ausdrücklich als Leistungsbereich auf.
Für Zahn Klassik, Zahn Komfort und Zahn Premium werden hierfür 100 Prozent genannt.
Das ist besonders interessant, weil Verbraucher für eine hohe Schienenleistung nicht zwingend den teuersten Zahnersatztarif wählen müssen.
Auch Zahn Klassik und Komfort bieten in diesem Bereich bereits das hohe Leistungsniveau.
AXA Zahn Komfort als Preis-Leistungs-Variante
Für einen erwachsenen Knirscher kann Zahn Komfort besonders interessant sein.
Neben 100 Prozent für Schienen bietet der Tarif:
- 100 Prozent Zahnbehandlung,
- 100 Prozent Füllungen und Inlays,
- 90 Prozent Zahnersatz,
- jährliche Zahnprophylaxe und
- Honorarerstattung bis zum 5-fachen GOZ-Satz.
Gerade bei Bruxismus ist die Kombination interessant: Es wird nicht nur die Schiene betrachtet, sondern auch möglicher zukünftiger Behandlungs- oder Zahnersatzbedarf.
AXA Zahn Premium bei umfangreichem vorhandenen Zahnersatz
Wer bereits mehrere hochwertige Kronen oder anderen Zahnersatz besitzt und gleichzeitig knirscht, kann Zahn Premium stärker gewichten.
Warum?
Ein möglicher späterer Schaden betrifft dann nicht nur den natürlichen Zahn, sondern unter Umständen eine teure prothetische Versorgung.
Zahn Premium kombiniert die Schienenleistung mit 100 Prozent Zahnersatz und einer sehr weitgehenden GOZ-Regelung.
LKH ZahnUpgrade: Knirscherschienen ausdrücklich enthalten
Auch die LKH führt Knirscherschienen ausdrücklich bei den versicherten Zahnbehandlungen auf.
Aktuell gelten:
- ZahnUpgrade 50: 50 Prozent,
- ZahnUpgrade 70+: 70 Prozent beziehungsweise 75 Prozent mit BonusPlus,
- ZahnUpgrade 90+: 90 Prozent; mit BonusPlus 95 beziehungsweise 100 Prozent.
Damit kann insbesondere ZahnUpgrade 90+ eine interessante Alternative sein, wenn gleichzeitig ein gutes Bonusheft vorhanden ist.
Was kostet eine Knirscherschiene?
Die Kosten hängen von Art der Schiene, Herstellung und gegebenenfalls zusätzlichen diagnostischen Leistungen ab.
Bei reiner Kassenversorgung kann ein Teil beziehungsweise die medizinisch vorgesehene Grundversorgung übernommen werden.
Private Mehrkosten können beispielsweise entstehen, wenn zusätzliche funktionsdiagnostische Leistungen oder besondere Behandlungsschritte hinzukommen.
Ist eine Zahnzusatzversicherung nur wegen einer Knirscherschiene sinnvoll?
Meist sollte auch hier größer gedacht werden.
Eine einzelne Schiene ist normalerweise kein Kostenrisiko in der Größenordnung eines Implantats.
Für einen Knirscher kann eine Zahnzusatzversicherung aber langfristig sinnvoll sein, weil das zugrunde liegende Problem weitere Zähne und Zahnersatz belasten kann.
Dann werden Leistungen für:
- Füllungen,
- Inlays,
- Kronen,
- Zahnersatz,
- Funktionsdiagnostik und
- Schienen
als Gesamtpaket relevant.
Bereits diagnostizierter Bruxismus – kann ich noch abschließen?
Das hängt von den konkreten Antragsfragen des Versicherers ab.
Eine pauschale Aussage wie „Zähneknirschen ist immer problemlos“ wäre genauso falsch wie „Mit Bruxismus bekommt man keine Zahnversicherung mehr“.
Entscheidend ist:
- Was fragt der konkrete Antrag?
- Besteht aktuell eine Behandlung?
- Ist bereits eine neue Schiene angeraten?
- Sind Schäden an Zähnen oder Zahnersatz bereits behandlungsbedürftig?
Neue Schiene ist bereits angeraten
Hier gilt dieselbe Grundlogik wie bei anderen Zahnbehandlungen.
Wurde eine konkrete Schiene bereits vor Versicherungsbeginn angeraten, sollte nicht automatisch mit einer nachträglichen Erstattung durch einen klassischen Neuvertrag gerechnet werden.
Der Tarif ist primär für zukünftige neue Versicherungsfälle gedacht.
Ich habe bereits eine alte Schiene – ist das ein Problem?
Nicht zwangsläufig.
Eine vorhandene Schiene bedeutet zunächst nur, dass in der Vergangenheit eine entsprechende Versorgung erfolgt ist.
Für die Versicherbarkeit sind die konkreten aktuellen Gesundheitsfragen entscheidend.
Wenn eine neue Schiene bereits notwendig oder bestellt ist, handelt es sich wiederum um eine andere Situation.
Was ist CMD?
Im Zusammenhang mit Kiefergelenk, Muskulatur und Biss fällt häufig der Begriff craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD.
Dahinter können unterschiedliche funktionelle Beschwerden und Ursachen stehen.
Nicht jeder Mensch, der mit den Zähnen knirscht, hat automatisch dieselbe funktionelle Diagnose.
Bei entsprechenden Beschwerden sollte eine fachliche zahnmedizinische beziehungsweise gegebenenfalls interdisziplinäre Abklärung erfolgen.
Zahlt Zahnzusatz eine CMD-Behandlung?
Das lässt sich nicht pauschal unter einem einzigen Stichwort beantworten.
Eine CMD-Behandlung kann aus unterschiedlichen Leistungen bestehen.
Dazu können unter anderem gehören:
- Schienen,
- funktionsanalytische Leistungen,
- funktionstherapeutische Leistungen und
- gegebenenfalls weitere medizinische Maßnahmen.
Deshalb muss jede einzelne Leistung anhand des konkreten Tarifs geprüft werden.
Schiene beim Heil- und Kostenplan berücksichtigen
Wenn umfangreiche funktionsdiagnostische Maßnahmen geplant sind, kann ein schriftlicher Kostenvoranschlag sinnvoll sein.
So lässt sich vor der Behandlung klären, welche privaten Rechnungsbestandteile die Zahnzusatzversicherung anerkennt.
Praxisfall 1: 30 Jahre, gelegentliches Knirschen, gesunde Zähne
Hier würde ich keinen Tarif ausschließlich nach einer Knirscherschiene auswählen.
Ein günstiger, hochwertiger Zahntarif mit 100 Prozent Zahnbehandlung und guten Schienenleistungen kann aber sinnvoll sein.
AXA Zahn Klassik oder Komfort können deshalb in einen Vergleich gehören.
Praxisfall 2: 45 Jahre, Bruxismus und mehrere Füllungen
Jetzt gewinnen die Zahnbehandlungsleistungen an Bedeutung.
Eine Kombination aus Schiene, hochwertigen Füllungen und gutem Zahnersatzschutz kann sinnvoller sein als ein isolierter Schienentarif.
Praxisfall 3: 55 Jahre, mehrere Keramikkronen und Knirschen
Hier würde ich auch auf den zukünftigen Zahnersatz besonders stark achten.
Ein sehr hochwertiger Tarif wie AXA Zahn Premium kann aufgrund der Kombination von 100 Prozent Schienen, Zahnbehandlung und Zahnersatz besonders interessant sein.
Praxisfall 4: Neue Schiene bereits vom Zahnarzt empfohlen
Die aktuelle konkrete Behandlung ist bereits bekannt.
Ein klassischer Neuvertrag sollte deshalb nicht mit der Erwartung abgeschlossen werden, genau diese bereits angeratene Schiene nachträglich finanzieren zu lassen.
Welche Leistungen sind für Knirscher besonders interessant?
- Aufbissbehelfe und Knirscherschienen,
- funktionsanalytische Leistungen,
- hochwertige Füllungen,
- Inlays,
- Kronen und Zahnersatz,
- gute GOZ-Regelung und
- bei umfangreichem Zahnersatz hohe Erstattungsquoten.
FAQ: Knirscherschiene und Zahnzusatzversicherung
Zahlt die Krankenkasse eine Knirscherschiene?
Bei entsprechender medizinischer Indikation kann eine einfache Aufbissschiene zur gesetzlichen Versorgung gehören. Zusätzliche private Leistungen können gesondert berechnet werden.
Zahlt eine Zahnzusatzversicherung eine Knirscherschiene?
Bei guten Tarifen ja. AXA nennt aktuell beispielsweise 100 Prozent für Aufbissbehelfe und Schienen in Zahn Klassik, Komfort und Premium.
Welche AXA Zahnversicherung ist für Knirscher interessant?
Zahn Komfort kann ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Wer zusätzlich 100 Prozent Zahnersatz möchte, kann Zahn Premium prüfen.
Zahlt LKH eine Knirscherschiene?
Ja, die LKH führt Knirscherschienen ausdrücklich als Zahnbehandlung auf. Die Leistung beträgt je nach Tarif 50, 70 beziehungsweise 90 Prozent und kann bei 70+ und 90+ über BonusPlus steigen.
Kann ich trotz Zähneknirschen eine Zahnzusatzversicherung abschließen?
Das hängt von den konkreten Antragsfragen und dem aktuellen Behandlungsstatus ab.
Zahlt ein Neuvertrag eine bereits bestellte Knirscherschiene?
Eine bereits vor Vertragsbeginn angeratene oder laufende Behandlung wird durch einen klassischen Neuabschluss normalerweise nicht rückwirkend zu einem versicherten neuen Behandlungsfall.
Fazit: Bei Bruxismus nicht nur die Schiene versichern
Für Menschen, die mit den Zähnen knirschen, ist eine gute Schienenleistung sinnvoll – langfristig sollte der Versicherungsschutz aber deutlich weiter reichen.
AXA bietet aktuell in Zahn Klassik, Komfort und Premium 100 Prozent für Aufbissbehelfe und Schienen. Dadurch kann bereits Zahn Komfort eine interessante Preis-Leistungs-Lösung sein. Wer gleichzeitig hochwertigen Zahnersatz maximal absichern möchte, kann Zahn Premium stärker gewichten.
LKH ZahnUpgrade ist eine weitere interessante Alternative und führt Knirscherschienen ausdrücklich im Leistungsbereich Zahnbehandlung.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht nur „Wer bezahlt meine Knirscherschiene?“, sondern: „Welcher Tarif schützt auch die Zähne, Füllungen und Kronen, die durch jahrelanges Knirschen besonders belastet werden können?“
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