Zahnzusatzversicherung für Implantate: Worauf es bei Implantatschutz wirklich ankommt
Welche Zahnzusatzversicherung ist für Implantate besonders gut? Für viele Verbraucher ist genau diese Frage der wichtigste Grund, überhaupt eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.
Das ist nachvollziehbar: Implantatversorgungen gehören zu den teuersten Formen modernen Zahnersatzes. Schon die Versorgung einer einzelnen Zahnlücke kann mehrere Tausend Euro kosten. Werden mehrere Implantate benötigt oder ist zusätzlich ein Knochenaufbau erforderlich, kann die Gesamtrechnung schnell fünfstellig werden.
Ein guter Implantattarif sollte deshalb nicht nur mit „Implantate versichert“ werben.
Entscheidend sind Erstattungssatz, Knochenaufbau, implantatgetragener Zahnersatz, Material- und Laborkosten, GOZ-Regelungen, Zahnstaffel und mögliche Implantatbegrenzungen.
Kurzantwort: Welche Zahnzusatzversicherung für Implantate?
Eine gute Zahnzusatzversicherung für Implantate sollte möglichst 80 bis 100 Prozent der erstattungsfähigen Gesamtkosten einschließlich der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse absichern und notwendigen Knochenaufbau sowie implantatgetragenen Zahnersatz einschließen.
Besonders leistungsstarke Tarife erreichen 90 oder 100 Prozent.
Zusätzlich sollten keine unnötig niedrigen dauerhaften Implantat- oder Summenbegrenzungen bestehen.
Was ist ein Zahnimplantat?
Ein Implantat ersetzt die natürliche Zahnwurzel.
Es wird in den Kiefer eingesetzt und kann anschließend eine Krone, Brücke oder andere prothetische Versorgung tragen.
Die komplette Versorgung besteht deshalb aus mehreren Teilen:
- Implantatkörper
- Implantataufbau
- Krone beziehungsweise anderer Zahnersatz
- gegebenenfalls Knochenaufbau
- zahnärztliche und chirurgische Leistungen
- Material- und Laborkosten
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Was kostet ein Implantat?
Die Kosten sind vom konkreten Behandlungsfall abhängig.
Ein einzelnes Implantat mit Zahnersatz kann mehrere Tausend Euro kosten.
Bei mehreren Implantaten können schnell fünfstellige Rechnungen entstehen.
Deshalb sollte der Implantatschutz nicht anhand eines kleinen jährlichen Höchstbetrages bewertet werden.
Warum zahlt die gesetzliche Krankenkasse Implantate meist nicht direkt?
Implantate gehören grundsätzlich nicht zur klassischen Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Bei einer Zahnlücke orientiert sich die GKV am befundbezogenen Festzuschuss für die vorgesehene Regelversorgung.
Wählt der Versicherte stattdessen ein Implantat, bleibt der Festzuschuss grundsätzlich erhalten, die Mehrkosten der hochwertigen Versorgung müssen aber privat finanziert werden.
Wie hoch ist der GKV-Festzuschuss?
Für Zahnersatz beträgt der Festzuschuss grundsätzlich 60 Prozent der Kosten der festgelegten Regelversorgung.
Bei regelmäßig nachgewiesener Vorsorge steigt dieser Zuschuss auf 70 Prozent nach fünf Jahren beziehungsweise 75 Prozent nach zehn Jahren.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Krankenkasse 60, 70 oder 75 Prozent einer teuren Implantatrechnung bezahlt.
Der Prozentsatz bezieht sich auf die Kosten der zugrunde liegenden Regelversorgung.
Beispiel: Implantat statt Brücke
Fehlt ein Zahn, kann die Regelversorgung beispielsweise eine Brücke vorsehen.
Entscheidet sich der Patient stattdessen für ein Implantat, erhält er grundsätzlich den Festzuschuss für den Befund.
Die deutlich höheren Gesamtkosten der Implantatversorgung verbleiben ohne Zusatzversicherung weitgehend beim Patienten.
90 oder 100 Prozent Implantatschutz?
Beide Varianten können sinnvoll sein.
Bei 4.000 Euro erstattungsfähigen Gesamtkosten entsprechen zehn Prozent Eigenanteil 400 Euro.
Bei einer größeren Versorgung über 12.000 Euro entsprechen zehn Prozent bereits 1.200 Euro.
Wer solche Eigenanteile problemlos tragen kann, kann einen guten 90-Prozent-Tarif wählen und möglicherweise laufenden Beitrag sparen.
Wer maximale Kostensicherheit möchte, sollte hochwertige 100-Prozent-Tarife prüfen.
Knochenaufbau: eines der wichtigsten Tarifmerkmale
Nach einem Zahnverlust kann sich der Kieferknochen zurückbilden.
Ist für ein Implantat nicht mehr ausreichend Knochen vorhanden, kann vor oder während der Implantation ein Knochenaufbau erforderlich werden.
Solche augmentativen Maßnahmen können zusätzliche Kosten verursachen.
Eine hochwertige Zahnzusatzversicherung für Implantate sollte notwendigen Knochenaufbau deshalb ausdrücklich berücksichtigen.
SDK ZP1 als interessantes Implantatbeispiel
SDK ZP1 gehört zu den Tarifen, bei denen die Implantatleistung sehr klar definiert ist.
Versichert sind unter anderem Implantate einschließlich chirurgischer Maßnahmen wie Knochenaufbau sowie der darauf sitzende Zahnersatz.
Auch Material- und Laborkosten gehören zum Leistungsspektrum.
Implantat und Krone sind zwei Teile derselben Versorgung
Ein häufiger Fehler beim Vergleich besteht darin, ausschließlich nach der Implantatschraube zu fragen.
Das Implantat ersetzt zunächst nur die Zahnwurzel.
Darauf muss anschließend der eigentliche sichtbare Zahnersatz befestigt werden.
Eine gute Versicherung sollte deshalb sowohl die Implantation als auch die sogenannte Suprakonstruktion beziehungsweise den darauf sitzenden Zahnersatz berücksichtigen.
Allianz MeinZahnschutz für Implantate
Auch Allianz MeinZahnschutz ist für Implantatschutz interessant.
Die Tarife bieten unterschiedliche Erstattungsstufen und reichen bis zu 100 Prozent für Zahnersatz einschließlich Implantaten.
Damit kann individuell entschieden werden, wie viel Eigenanteil langfristig selbst getragen werden soll.
Implantate: Anzahl begrenzt oder unbegrenzt?
Dieser Punkt wird häufig übersehen.
Einige Tarife begrenzen die Anzahl versicherter Implantate dauerhaft.
Andere leistungsstarke Tarife verzichten auf eine solche zahlenmäßige Begrenzung.
Gerade für langfristigen Versicherungsschutz ist eine unnötig niedrige Implantatbegrenzung kritisch.
Was bedeutet beispielsweise maximal acht Implantate?
Bei einem jungen Versicherten kann eine lebenslange Obergrenze von acht Implantaten zunächst großzügig wirken.
Ein Vertrag kann jedoch viele Jahrzehnte bestehen.
Wer möglichst umfassenden Premiumschutz sucht, kann deshalb einen Tarif ohne feste Implantatanzahl bevorzugen.
Material- und Laborkosten
Bei einer Implantatversorgung entstehen nicht nur Zahnarzthonorare.
Auch Zahntechnik und Materialien können einen erheblichen Teil der Rechnung ausmachen.
Deshalb sollte geprüft werden, ob ein Tarif:
- ortsübliche beziehungsweise angemessene Laborkosten akzeptiert,
- ein eigenes Preis- und Leistungsverzeichnis verwendet,
- bestimmte Materialkosten deckelt,
- oder besondere Laborvorgaben macht.
100 Prozent Tarif und trotzdem Eigenanteil?
Das ist möglich.
100 Prozent beziehen sich normalerweise auf die tariflich erstattungsfähigen Kosten.
Wenn bestimmte Rechnungsteile aufgrund von Gebühren-, Material- oder Laborgrenzen nicht vollständig anerkannt werden, kann trotz eines 100-Prozent-Erstattungssatzes ein Eigenanteil verbleiben.
GOZ und Implantate
Implantologische Behandlungen werden privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet.
Viele Tarife leisten bis zum 3,5-fachen Satz.
Einige Tarife besitzen weitergehende Regelungen.
Wer spezialisierte Implantologen oder individuelle Honorarvereinbarungen nutzen möchte, sollte diesen Punkt stärker gewichten.
Barmenia Mehr Zahn 100
Barmenia Mehr Zahn 100 gehört ebenfalls zu den leistungsstarken Implantat-Tarifen.
Der Versicherer nennt 100 Prozent Leistung für Zahnersatz, Implantate und Inlays im tariflichen Rahmen.
Damit kann Barmenia insbesondere für Verbraucher interessant sein, die möglichst hohen Zahnersatzschutz suchen.
Zahnstaffel bei Implantaten
Gerade bei Implantaten ist die Anfangsstaffel besonders wichtig.
Ein Tarif kann langfristig 100 Prozent leisten und während der ersten Jahre trotzdem auf bestimmte Summen begrenzen.
Ein Beispiel:
- 1. Jahr: 1.000 Euro
- 1.–2. Jahr: 2.000 Euro
- 1.–3. Jahr: 3.000 Euro
- 1.–4. Jahr: 4.000 Euro
Bei einer Implantatrechnung über 5.000 Euro kann diese Grenze kurzfristig wichtiger sein als der langfristige Prozentsatz.
Implantat bereits angeraten – kann ich noch abschließen?
Eine klassische Zahnzusatzversicherung sollte abgeschlossen werden, bevor das Implantat konkret angeraten wurde.
Ist bereits dokumentiert, dass ein Implantat erforderlich ist, wird diese bekannte Behandlung bei normalen Tarifen in der Regel nicht nachträglich versichert.
Heil- und Kostenplan liegt schon vor
Dann ist die geplante Behandlung bereits konkretisiert.
Ein normaler Neuabschluss ist deshalb nicht geeignet, diese bereits bekannte Rechnung einfach auf den neuen Versicherer zu übertragen.
Für zukünftige, andere Behandlungen kann ein Vertrag dennoch sinnvoll sein.
Implantat wegen Unfall
Unfallbedingter Zahnverlust kann auch bei jungen Menschen auftreten.
Bei einigen Tarifen gelten für unfallbedingte Leistungen günstigere Regeln beziehungsweise entfallen bestimmte Anfangsbegrenzungen.
Wer Sport betreibt oder besonderen Wert auf Unfallschutz legt, sollte auch diese Tarifklausel vergleichen.
Fehlender Zahn und Implantat noch nicht geplant
Hier kann noch eine interessante Versicherungssituation bestehen.
Je nach Versicherer können bereits fehlende Zähne akzeptiert, gegen Zuschlag mitversichert oder für ihre spätere Versorgung ausgeschlossen werden.
Ein individueller Vergleich ist deshalb besonders wichtig.
FAQ Zahnzusatzversicherung Implantate
Wie viel zahlt eine gute Zahnzusatzversicherung für Implantate?
Leistungsstarke Tarife können zusammen mit der GKV-Vorleistung 90 oder sogar 100 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Kosten absichern.
Zahlt die Krankenkasse Implantate?
Implantate selbst gehören grundsätzlich nicht zur normalen GKV-Regelversorgung. Versicherte erhalten jedoch den befundbezogenen Festzuschuss für die entsprechende Regelversorgung.
Ist Knochenaufbau versichert?
Bei guten Implantat-Tarifen ja. Dieser Punkt sollte ausdrücklich in den Tarifbedingungen geprüft werden.
Kann ich eine Versicherung abschließen, wenn das Implantat schon geplant ist?
Ein Vertragsabschluss kann möglich sein, die bereits angeratene Implantatbehandlung wird von klassischen Tarifen normalerweise aber nicht nachträglich versichert.
Ist 90 oder 100 Prozent besser?
100 Prozent bieten maximale Kostensicherheit. 90 Prozent können ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, wenn ein begrenzter Eigenanteil problemlos selbst getragen werden kann.
Wie viele Implantate sollte ein Tarif versichern?
Je weniger dauerhafte zahlenmäßige Begrenzungen bestehen, desto flexibler ist der Versicherungsschutz langfristig.
Die wichtigsten Implantat-Kriterien
- Erstattungssatz
- Knochenaufbau
- Suprakonstruktion
- Anzahl der Implantate
- Zahnstaffel
- GOZ
- Material- und Laborkosten
- fehlende Zähne
- bereits angeratene Behandlungen
Fazit: Zahnzusatzversicherung für Implantate
Wer eine Zahnzusatzversicherung insbesondere wegen möglicher Implantate abschließt, sollte erheblich tiefer vergleichen als nur 90 oder 100 Prozent.
Eine hochwertige Implantatversicherung sollte auch Knochenaufbau, implantatgetragenen Zahnersatz und angemessene Material- und Laborkosten berücksichtigen.
Ebenso wichtig sind Zahnstaffel und mögliche dauerhafte Implantatbegrenzungen.
SDK, Allianz und Barmenia sind Beispiele für Anbieter mit leistungsstarken Implantatkonzepten. Welcher Tarif tatsächlich am besten passt, hängt jedoch von Alter, Zahnstatus, fehlenden Zähnen und gewünschtem Eigenanteil ab.
Gerade bei Implantaten lohnt sich deshalb ein individueller Vergleich besonders: Kleine Unterschiede in den Bedingungen können bei einer großen Behandlung mehrere Tausend Euro ausmachen.
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