Zahnzusatzversicherung für Implantate: 10 Punkte, auf die Sie wirklich achten sollten
Welche Zahnzusatzversicherung ist für Implantate wirklich gut? Wer diese Frage nur anhand der Angabe „90 Prozent“ oder „100 Prozent Zahnersatz“ beantwortet, macht es sich zu einfach. Eine hochwertige Implantatversorgung besteht aus wesentlich mehr als dem eigentlichen Implantat.
Diagnostik, chirurgische Leistungen, Implantatkörper, Aufbau, Krone, Zahntechnik und – falls notwendig – Knochenaufbau können gemeinsam erhebliche Kosten verursachen.
Deshalb sollte eine gute Zahnzusatzversicherung für Implantate nicht nur einen hohen Erstattungsprozentsatz besitzen. Sie muss auch die Leistungen rund um das Implantat möglichst vollständig abbilden.
Kurzantwort: Was muss eine gute Zahnzusatzversicherung für Implantate leisten?
Besonders wichtig sind aus unserer Sicht:
- hoher Erstattungssatz für Zahnersatz,
- Implantate ohne problematisch niedrige Stückzahlbegrenzung,
- Implantatgetragener Zahnersatz,
- Knochenaufbau und Augmentation,
- Sinuslift und weitere implantologische Begleitleistungen,
- Material- und Laborkosten,
- ausreichende GOZ-Erstattung,
- starke Zahnstaffel in den ersten Jahren,
- sinnvolle Regelungen bei bereits fehlenden Zähnen und
- gutes Verhältnis zwischen Beitrag und Eigenanteil.
Warum ein Implantat mehr ist als eine künstliche Zahnwurzel
Um die Tarifbedingungen richtig beurteilen zu können, muss zunächst verstanden werden, wie eine Implantatversorgung aufgebaut sein kann.
Typischerweise können mehrere Kostenbestandteile entstehen:
- implantologische Diagnostik,
- Planung,
- chirurgischer Eingriff,
- Implantatkörper,
- Aufbauelemente,
- Implantatkrone,
- Zahntechnik,
- Materialien und
- gegebenenfalls Knochenaufbau.
Die Gebührenordnung für Zahnärzte führt Implantologie deshalb als eigenen umfangreichen Leistungsbereich.
Dort finden sich beispielsweise Leistungen für Implantatanalyse, Implantatinsertion, Freilegung, Knochengewinnung, Augmentation und Sinusbodenelevation.
Unsere leistungsstarken Top-Tarife erstatten einen Großteil der Kosten für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Prophylaxe. Überzeugen Sie sich selbst und vergleichen Sie jetzt.
1. Erstattet der Tarif 80, 90 oder 100 Prozent?
Das ist die offensichtlichste Frage – aber eben nur die erste.
Angenommen, eine vollständig tariflich erstattungsfähige Implantatversorgung kostet 4.500 Euro.
| Tarifleistung | Gesamterstattung* | Eigenanteil* |
|---|---|---|
| 80 % | 3.600 € | 900 € |
| 90 % | 4.050 € | 450 € |
| 100 % | 4.500 € | 0 € |
*Vereinfachtes Rechenbeispiel unter der Annahme, dass sämtliche Kosten tariflich erstattungsfähig sind und keine Leistungsbegrenzung greift.
Damit wird die wirtschaftliche Frage sichtbar: Ist der höhere Monatsbeitrag für 100 Prozent den Verzicht auf beispielsweise 450 Euro Eigenanteil wert?
2. Ist Knochenaufbau mitversichert?
Das ist eines der wichtigsten Implantatkriterien überhaupt.
Für ein Implantat muss ausreichend Kieferknochen vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, kann vor oder während der Implantation ein Knochenaufbau notwendig werden.
Die GOZ kennt hierfür verschiedene eigenständige Leistungen, beispielsweise Knochengewinnung, Augmentation sowie internen oder externen Sinuslift.
Ein Tarif, der hervorragend für die Implantatkrone zahlt, aber wichtige implantologische Begleitleistungen begrenzt, kann deshalb trotz hoher Prozentangabe enttäuschen.
3. Gibt es eine Begrenzung der Implantatanzahl?
Bei leistungsstarken modernen Tarifen würden wir eine sehr niedrige pauschale Begrenzung kritisch betrachten.
Wer langfristig absichert, weiß beim Abschluss schließlich nicht, wie viele Zähne Jahrzehnte später tatsächlich ersetzt werden müssen.
Gerade bei jüngeren Versicherten sollte deshalb nicht nur der nächste mögliche Zahn betrachtet werden, sondern der Versicherungsschutz über mehrere Jahrzehnte.
4. Wie gut sind Material- und Laborkosten abgesichert?
Implantatversorgung ist auch Zahntechnik.
Hochwertige Keramik, individuelle Aufbauten und zahntechnische Arbeiten können einen erheblichen Teil der Gesamtrechnung ausmachen.
Deshalb sollte geprüft werden, ob der Versicherer eigene Preis- oder Leistungsverzeichnisse verwendet und welche Auswirkungen diese auf eine hochwertige Versorgung haben können.
5. Wie hoch darf der Zahnarzt nach GOZ abrechnen?
Auch die GOZ-Regelung kann einen erheblichen Unterschied machen.
Bei besonders schwierigen oder zeitaufwendigen Behandlungen können höhere Steigerungsfaktoren relevant werden.
Ein Tarif mit 100 Prozent Erstattung klingt zunächst perfekt. Werden aber bestimmte über den tariflich anerkannten Gebührenrahmen hinausgehende Kosten nicht berücksichtigt, können trotzdem Eigenanteile entstehen.
AXA Zahn Komfort und Premium bei Implantaten
Die aktuelle AXA-Tarifgeneration ist für Implantate besonders interessant.
Zahn Komfort bietet 90 Prozent Zahnersatz und kann damit für Verbraucher attraktiv sein, die einen überschaubaren Eigenanteil akzeptieren und dafür auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten.
Zahn Premium erhöht den Zahnersatzschutz auf 100 Prozent und ist für Versicherte interessant, die möglichst hohe Kostensicherheit wünschen.
Hinzu kommt die weitgehende GOZ-Regelung der aktuellen AXA-Tarife, die gerade bei hochwertigen Behandlungen ein wichtiges Qualitätsmerkmal sein kann.
6. Wie hoch ist die Zahnstaffel?
Dieser Punkt wird bei Vergleichen häufig unterschätzt.
Viele Zahnzusatzversicherungen leisten langfristig sehr hoch, begrenzen die Erstattung während der ersten Versicherungsjahre jedoch auf bestimmte Höchstbeträge.
Das ist nicht automatisch schlecht.
Es bedeutet aber, dass beispielsweise ein Tarif mit 100 Prozent Zahnersatz im zweiten Versicherungsjahr nicht zwingend die komplette Rechnung eines 5.000-Euro-Implantats bezahlt.
Die prozentuale Tarifleistung und die absolute Zahnstaffel müssen deshalb gemeinsam gelesen werden.
7. Was passiert bei einem Unfall?
Viele hochwertige Tarife lassen die normale Zahnstaffel bei unfallbedingten Behandlungen entfallen oder sehen dafür besondere Regelungen vor.
Das kann insbesondere für jüngere Versicherte ein relevantes Leistungsmerkmal sein.
8. Was ist, wenn bereits ein Zahn fehlt?
Jetzt wird die Tarifauswahl wesentlich anspruchsvoller.
Ein bereits fehlender, noch nicht dauerhaft ersetzter Zahn kann bei manchen Versicherern gegen Zuschlag mitversichert werden.
Bei anderen Tarifen wird der Antrag zwar angenommen, die bestehende Zahnlücke aber vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
Diese beiden Situationen dürfen nicht verwechselt werden.
Wer bereits eine Zahnlücke besitzt und gerade wegen eines späteren Implantats eine Versicherung sucht, muss deshalb zuerst prüfen, ob genau dieser fehlende Zahn überhaupt versicherbar ist.
Allianz MeinZahnschutz für Implantate
Auch Allianz MeinZahnschutz gehört für hochwertige Implantatversorgung in einen Vergleich.
Die Tarifwelt bietet unterschiedliche Leistungsstufen, sodass Versicherte bewusst zwischen niedrigerem Beitrag und höherer Zahnersatzleistung wählen können.
Interessant ist Allianz außerdem bei bestimmten Konstellationen mit bereits fehlenden Zähnen, weil bis zu drei fehlende, noch nicht ersetzte Zähne unter den entsprechenden Annahmebedingungen versicherbar sein können.
9. Ist das Implantat schon angeraten?
Das ist eine der wichtigsten Fragen überhaupt.
Wenn der Zahnarzt bereits festgestellt hat, dass ein Zahn nicht erhalten werden kann und durch ein Implantat ersetzt werden soll, besteht bereits konkreter Behandlungsbedarf.
Ein normaler Neuabschluss ist dann nicht mit einem rückwirkenden Versicherungsschutz gleichzusetzen.
Deshalb sollte eine Zahnzusatzversicherung möglichst abgeschlossen werden, bevor Zahnersatz konkret angeraten wird.
10. Wie hoch ist der Beitrag langfristig?
Der leistungsstärkste Tarif ist nicht automatisch der wirtschaftlich beste Tarif.
Wer beispielsweise mit einem 90-Prozent-Tarif bei einer 4.500-Euro-Rechnung einen Eigenanteil von 450 Euro akzeptiert, kann möglicherweise über viele Jahre Beitrag gegenüber einer 100-Prozent-Lösung sparen.
Umgekehrt kann jemand mit hohem Sicherheitsbedürfnis bewusst den höheren Beitrag für 100 Prozent wählen.
Beide Entscheidungen können vernünftig sein.
LKH ZahnUpgrade 90+: interessante Preis-Leistungs-Alternative
Auch LKH ZahnUpgrade 90+ ist für Implantatinteressenten interessant.
Der Tarif startet grundsätzlich mit einem hohen Zahnersatzniveau und kann über BonusPlus bei entsprechendem Vorsorgenachweis noch höhere Erstattungen erreichen.
Gerade für Versicherte mit regelmäßig geführtem Bonusheft kann das eine interessante Alternative zu einem klassischen permanenten 100-Prozent-Tarif sein.
Wie viel zahlt die gesetzliche Krankenkasse für ein Implantat?
Die gesetzliche Krankenkasse arbeitet beim Zahnersatz mit befundbezogenen Festzuschüssen.
Entscheidet sich der Patient für ein Implantat statt der für den Befund vorgesehenen Regelversorgung, bleibt der Anspruch auf den entsprechenden Festzuschuss grundsätzlich bestehen.
Die erheblichen Mehrkosten einer hochwertigen Implantatversorgung trägt der Patient ohne Zusatzschutz jedoch selbst.
Praxisfall: 35 Jahre, gesunde Zähne
Hier ist die Ausgangslage optimal.
Es fehlt kein Zahn und keine Behandlung ist angeraten.
Jetzt kann nach Preis-Leistung ausgewählt werden.
Wir würden insbesondere gute 90-Prozent-Lösungen gegen 100-Prozent-Tarife rechnen und dabei AXA, LKH, Allianz sowie weitere leistungsstarke Anbieter berücksichtigen.
Praxisfall: 52 Jahre, ein Zahn fehlt
Jetzt ist nicht mehr der Erstattungsprozentsatz die erste Frage.
Zunächst muss geklärt werden:
Kann der bereits fehlende Zahn überhaupt mitversichert werden?
Erst danach sollte zwischen 90 und 100 Prozent entschieden werden.
Praxisfall: Implantat bereits geplant
Wenn bereits ein Heil- und Kostenplan vorliegt oder der Zahnarzt die Implantatversorgung konkret angeraten hat, ist ein klassischer Neuabschluss für genau diese bekannte Maßnahme regelmäßig zu spät.
Dann muss zwischen speziellen Sofortschutzkonzepten und der Absicherung zukünftiger neuer Risiken unterschieden werden.
FAQ: Zahnzusatzversicherung für Implantate
Welche Zahnzusatzversicherung zahlt 100 Prozent für Implantate?
Mehrere leistungsstarke Tarife bieten bis zu 100 Prozent Zahnersatz einschließlich Implantaten. Entscheidend ist zusätzlich, welche Kostenbestandteile tariflich anerkannt werden und ob Zahnstaffeln greifen.
Ist Knochenaufbau bei einer Zahnzusatzversicherung versichert?
Bei guten Implantattarifen sollten auch implantologische Begleitleistungen wie Knochenaufbau berücksichtigt werden. Die konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch nach Tarif.
Sind 90 Prozent für Implantate ausreichend?
Das kann sehr sinnvoll sein. Bei 4.500 Euro vollständig erstattungsfähigen Kosten entsprechen zehn Prozent beispielsweise 450 Euro Eigenanteil. Dafür kann ein 90-Prozent-Tarif günstiger sein als eine 100-Prozent-Lösung.
Zahlt die Krankenkasse für Implantate?
Die GKV zahlt grundsätzlich den befundbezogenen Festzuschuss, der sich an der Regelversorgung orientiert. Die darüber hinausgehenden Kosten einer Implantatlösung können erheblich sein.
Kann ich einen bereits fehlenden Zahn für ein späteres Implantat versichern?
Bei bestimmten Versicherern kann das möglich sein, teilweise gegen Zuschlag. Andere Tarife schließen die bereits vorhandene Zahnlücke aus. Deshalb muss diese Frage vor dem Abschluss ausdrücklich geprüft werden.
Fazit: Bei Implantaten zählt weit mehr als 90 oder 100 Prozent
Eine wirklich gute Zahnzusatzversicherung für Implantate muss die gesamte Versorgungskette abdecken.
Neben dem Erstattungssatz sind insbesondere Knochenaufbau, implantologische Begleitleistungen, Material- und Laborkosten, GOZ-Regelung, Zahnstaffel und der Umgang mit bereits fehlenden Zähnen wichtig.
AXA Zahn Komfort und Premium, Allianz MeinZahnschutz sowie LKH ZahnUpgrade sind interessante Beispiele für unterschiedliche leistungsstarke Konzepte. Welches davon am besten passt, hängt von Alter, Zahnstatus, Bonusheft, gewünschtem Eigenanteil und Beitrag ab.
Deshalb lautet die bessere Frage nicht „Wer zahlt 100 Prozent für Implantate?“, sondern „Welcher Tarif übernimmt möglichst vollständig die Kosten, die bei meiner Implantatversorgung tatsächlich entstehen können?“
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