Zahnzusatzversicherung für Familien: Eltern und Kinder richtig absichern
Welche Zahnzusatzversicherung ist für eine Familie sinnvoll? Anders als bei einer klassischen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es bei privaten Zahnzusatzversicherungen normalerweise keinen einheitlichen Familientarif, in dem Ehepartner und Kinder automatisch beitragsfrei mitversichert sind.
Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Denn Kinder, Eltern und Partner benötigen häufig völlig unterschiedliche Leistungen.
Bei einem achtjährigen Kind kann Kieferorthopädie das wichtigste Tarifmerkmal sein. Bei einem 45-jährigen Elternteil stehen dagegen Implantate, hochwertiger Zahnersatz, Wurzelbehandlung und die langfristige Beitragsentwicklung im Vordergrund.
Für Familien ist deshalb häufig nicht ein Tarif für alle die beste Lösung, sondern eine individuell zusammengestellte Absicherung für jedes Familienmitglied.
Kurzantwort: Gibt es eine Zahnzusatzversicherung für die ganze Familie?
Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es bei privaten Zahnzusatzversicherungen grundsätzlich nicht.
Für jedes versicherte Familienmitglied wird der Versicherungsschutz individuell kalkuliert.
Das ermöglicht allerdings auch, für jedes Familienmitglied genau die Leistungen auszuwählen, die tatsächlich benötigt werden.
Warum Eltern und Kinder unterschiedliche Tarife brauchen können
Die typischen Kostenrisiken unterscheiden sich erheblich.
Bei Kindern geht es häufig um:
- Kieferorthopädie
- Zahnspangen
- KIG 1 bis 5
- Brackets
- Aligner
- Retainer
- Prophylaxe
- Zahnerhalt nach einem Unfall
Bei Erwachsenen stehen dagegen häufiger im Mittelpunkt:
- Implantate
- Kronen
- Brücken
- Inlays
- Knochenaufbau
- Wurzelbehandlung
- Parodontalbehandlung
- professionelle Zahnreinigung
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Familientarif oder individuelle Tarife?
Aus unserer Sicht spricht viel für eine individuelle Lösung.
Ein leistungsstarker Kinder-Tarif muss beispielsweise nicht zwangsläufig der Versicherer sein, der für den 48-jährigen Vater den besten Implantatschutz bietet.
Ebenso kann für die Mutter ein 90-Prozent-Tarif wirtschaftlich sinnvoll sein, während der Partner möglichst vollständigen 100-Prozent-Schutz bevorzugt.
Eine Familie muss deshalb nicht bei einem einzigen Versicherer untergebracht werden.
Zahnzusatzversicherung für Kinder: KFO zuerst prüfen
Bei Kindern würden wir Kieferorthopädie besonders hoch gewichten.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei Kindern und Jugendlichen eine medizinisch notwendige KFO-Behandlung grundsätzlich ab KIG 3. Bei KIG 1 und 2 besteht dagegen kein regulärer Anspruch auf die Kassenbehandlung.
Auch bei KIG 3 bis 5 können private Mehrkosten entstehen.
Dazu zählen je nach Behandlung beispielsweise besondere Brackets, Retainer, Aligner oder andere Mehrleistungen.
Wann sollte ein Kinder-Tarif abgeschlossen werden?
Möglichst bevor eine konkrete kieferorthopädische Behandlung angeraten wurde.
Solange noch keine Fehlstellung dokumentiert beziehungsweise Behandlung geplant wurde, ist die Auswahl klassischer Kinder-Zahntarife normalerweise größer.
Zahnspange bereits angeraten?
Dann wird die Auswahl schwieriger.
Normale Zahnzusatzversicherungen übernehmen eine bereits bekannte KFO-Behandlung häufig nicht mehr.
Eine besondere Lösung ist ERGO Kieferorthopädie Sofort für Kinder.
Der Tarif ist ausdrücklich auch für bereits angeratene beziehungsweise laufende KFO-Behandlungen konzipiert.
Was bietet ERGO für Kinder?
Der Kieferorthopädie-Sofortschutz sieht nach Angaben von ERGO Leistungen auch für bereits angeratene oder laufende KFO-Behandlungen vor.
Bei GKV-Vorleistung werden tariflich 50 Prozent der privaten Mehrkosten berücksichtigt. Beginnt in den ersten vier Versicherungsjahren keine KFO-Behandlung, erhöht sich der Erstattungssatz anschließend auf 75 Prozent.
Darüber hinaus sind weitere Zahnleistungen für Kinder enthalten.
Für Familien mit einem Kind, bei dem Kieferorthopädie bereits konkret zum Thema geworden ist, kann diese Besonderheit wichtiger sein als ein allgemeiner Familientarif.
Zahnzusatzversicherung für Eltern
Bei den Eltern sollte der Schwerpunkt anders gesetzt werden.
Je nach Alter und Zahnstatus sind besonders wichtig:
- 80, 90 oder 100 Prozent Zahnersatz
- Implantate
- Knochenaufbau
- Material- und Laborkosten
- Zahnbehandlung
- Zahnstaffel
- fehlende Zähne
- Beitragsentwicklung
Müssen beide Eltern denselben Tarif nehmen?
Nein.
Gerade das wäre häufig nicht optimal.
Ein Beispiel:
Ein Elternteil ist 35 Jahre alt, hat keine Kronen und möchte möglichst günstigen 90-Prozent-Schutz.
Der andere ist 48 Jahre alt, besitzt mehrere Kronen und möchte zukünftige Implantatkosten möglichst vollständig absichern.
Für beide kann ein anderer Tarif die bessere Lösung darstellen.
Allianz MeinZahnschutz als breite Lösung
Die Allianz kann für Familien interessant sein, weil die MeinZahnschutz-Produkte unterschiedliche Leistungsstufen bieten und neben Zahnersatz auch Zahnbehandlung, Prophylaxe und Kinder-KFO enthalten.
Für Kinder und Jugendliche nennt die Allianz aktuell KFO-Leistungen von bis zu 3.000 Euro.
Für Erwachsene stehen unterschiedliche Zahnersatzniveaus zur Verfügung.
Damit lässt sich innerhalb derselben Produktwelt je nach gewünschtem Eigenanteil unterschiedlich absichern.
90 oder 100 Prozent für Eltern?
Diese Entscheidung sollte bewusst getroffen werden.
Wer kleinere Eigenanteile problemlos selbst tragen kann, muss nicht zwingend jede Zahnarztrechnung vollständig versichern.
Bei 5.000 Euro erstattungsfähigen Kosten entsprechen zehn Prozent Eigenanteil beispielsweise 500 Euro.
Wer solche Beträge aus Rücklagen tragen kann, kann mit einem leistungsstarken 90-Prozent-Tarif Beitrag sparen.
Wer maximale Planbarkeit bevorzugt, kann 100 Prozent wählen.
Familie mit kleinem Budget: Was zuerst absichern?
Wenn nicht jedes Familienmitglied sofort maximal versichert werden soll, würden wir die Risiken priorisieren.
Bei Kindern ist KFO häufig das größte private Zusatzkostenrisiko.
Bei Erwachsenen sind es hochwertiger Zahnersatz und Implantate.
Ein sehr großes jährliches Bleaching- oder PZR-Budget wäre für uns dagegen nicht das erste Entscheidungskriterium.
Beispiel Familie mit zwei Kindern
Nehmen wir eine vierköpfige Familie:
- Vater, 45 Jahre
- Mutter, 42 Jahre
- Kind, 10 Jahre
- Kind, 6 Jahre
Eine sinnvolle Strategie könnte beispielsweise sein:
Für die Eltern werden individuell 90- oder 100-Prozent-Tarife für Zahnersatz ausgewählt.
Für die Kinder werden gezielt Tarife mit starken KFO-Leistungen gewählt.
Das kann insgesamt sinnvoller sein, als alle vier Personen zwanghaft beim gleichen Versicherer unterzubringen.
Gibt es einen Familienrabatt?
Eine Zahnzusatzversicherung funktioniert nicht wie die beitragsfreie Familienversicherung der GKV.
Jedes versicherte Familienmitglied verursacht ein eigenes Risiko und erhält einen eigenen kalkulierten Versicherungsschutz.
Deshalb sollte man die Tarifentscheidung nicht davon abhängig machen, ob bereits ein Elternteil beim Versicherer Kunde ist.
Zahnzusatzversicherung für Alleinerziehende
Die Leistungslogik unterscheidet sich nicht.
Auch hier sollte der eigene Zahnschutz getrennt vom Versicherungsschutz des Kindes betrachtet werden.
Bei begrenztem Budget kann ein leistungsstarker Kinder-KFO-Tarif und ein guter 90-Prozent-Tarif für den Elternteil eine interessante Kombination sein.
Zahnzusatzversicherung für Familien mit drei oder mehr Kindern
Mit jedem weiteren Kind steigt naturgemäß die monatliche Gesamtbelastung.
Deshalb sollte besonders genau geprüft werden, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden.
Ein Tarif mit hohem KFO-Budget kann finanziell wertvoller sein als ein teurer Premiumtarif, dessen zusätzliche Erwachsenen-Leistungen beim Kind kaum relevant sind.
Was ist mit Prophylaxe für Kinder?
Prophylaxe kann insbesondere während einer festen Zahnspange interessant werden.
Brackets und Drähte erschweren die Zahnpflege.
Zusätzliche professionelle Reinigung oder prophylaktische Leistungen können deshalb sinnvoll sein.
Unfallrisiko bei Kindern
Beim Sport oder Spielen können bleibende Zähne verletzt werden.
Deshalb sollte ein Kinder-Tarif nicht ausschließlich als Zahnspangenversicherung gesehen werden.
Gute Leistungen für Zahnerhalt und später notwendigen Zahnersatz können ebenfalls relevant sein.
Gesundheitsfragen für jedes Familienmitglied
Die Annahme wird individuell geprüft.
Dass ein Elternteil problemlos versichert werden kann, sagt nichts über den anderen Elternteil oder das Kind aus.
Relevant können beispielsweise sein:
- fehlende Zähne
- angeratene Behandlungen
- KFO-Bedarf
- Parodontitis
- vorhandener Zahnersatz
Kann man später den Tarif wechseln?
Grundsätzlich ja.
Ein späterer Wechsel zu einem anderen Versicherer kann allerdings eine neue Gesundheitsprüfung und neue Anfangsbegrenzungen mit sich bringen.
Deshalb sollte auch bei Kindern und jungen Erwachsenen nicht allein nach dem niedrigsten heutigen Beitrag ausgewählt werden.
FAQ Zahnzusatzversicherung Familie
Gibt es eine Familienversicherung für Zahnzusatz?
Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es bei privaten Zahnzusatzversicherungen grundsätzlich nicht. Die versicherten Personen werden individuell abgesichert.
Müssen Eltern und Kinder beim gleichen Anbieter versichert sein?
Nein. Unterschiedliche Anbieter können sogar sinnvoll sein, weil Kinder meist andere Leistungsschwerpunkte haben als Erwachsene.
Was ist für Kinder am wichtigsten?
Bei Kindern ist Kieferorthopädie häufig eines der wichtigsten Tarifkriterien. Zusätzlich sollten Zahnerhalt, Prophylaxe und Unfallfolgen berücksichtigt werden.
Was ist für Eltern besonders wichtig?
Hochwertiger Zahnersatz, Implantate, Knochenaufbau, Zahnbehandlung und langfristig tragbare Beiträge.
Lohnt sich 100 Prozent Schutz für die ganze Familie?
Nicht zwingend. Bei Erwachsenen kann ein hochwertiger 90-Prozent-Tarif wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn kleine Eigenanteile aus eigenen Rücklagen getragen werden können.
Fazit: Zahnzusatzversicherung für Familien
Die beste Zahnzusatzversicherung für eine Familie ist häufig keine einheitliche Familienlösung, sondern eine Kombination individuell passender Tarife.
Kinder benötigen vor allem starke Leistungen bei Kieferorthopädie, während bei den Eltern hochwertiger Zahnersatz und Implantate stärker gewichtet werden sollten.
Deshalb sollte jedes Familienmitglied anhand von Alter, Zahnstatus und gewünschtem Leistungsniveau betrachtet werden.
Der Familienvergleich sollte nicht die Frage beantworten „Welcher Versicherer nimmt uns alle?“, sondern „Welcher Tarif passt zu jedem einzelnen Familienmitglied am besten?“
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